Das Schloss Osetno - bis 1945 Schloss Osten - liegt auf einer leichten Anhöhe im niederschlesischen Dreieck zwischen Legnica, Wrocław und Leszno. Die heutige dreiflügelige Anlage mit Uhrenturm geht in ihrem Kern auf die Renaissance zurück und wurde vermutlich über den Fundamenten einer älteren Wehranlage errichtet. Im Barock erfolgten stilgerechte Erweiterungen und Umgestaltungen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhielt der Südflügel eine neoklassizistische Überformung mit vorgelagertem Portikus.
Zu den herausragenden Baudetails zählt ein manieristisches Portal aus dem frühen 17. Jahrhundert, dessen Inschrift „Gotts Seegen Machet Reich Ohnn Mühe" die Geisteshaltung der Erbauungszeit bezeugt. Im Inneren dokumentieren Gewölbedecken, geometrische und barocke Stuckarbeiten sowie eine historistische Treppe mit ornamentierter Stufengestaltung die aufeinanderfolgenden Bauphasen.
Erste Sicherungsmaßnahmen wurden bereits durchgeführt, ein detaillierter Sanierungsplan liegt vor. 2015 erfolgte die Erneuerung der Dachflächen. Weitergehende Restaurierungsarbeiten stehen noch aus.
Das vorbereitete architektonische und bauliche Konzept sieht vor:
- Umbau des Hauptgebäudes zu Apartments, einem Restaurant, einer Weinstube und einer Lounge
- Bau eines weiteren neuen Hotelgebäudes
- Umgestaltung der Wirtschaftsgebäude zu Apartments sowie Einrichtung eines Pools und eines Spa-Bereichs
- Bau eines unterirdischen Konferenzzentrums
- Errichtung einer Anlegestelle am Fluss, da dieser Streckenabschnitt häufig von Kajakfahrern befahren wird
- Pläne und Visualisierungen
- Auflistung aller Flächen
Das Grundstück mit zusätzlichen Wald- und Wiesenflächen hat eine Größe von 7,0687 ha und wird im südlichen Abschnitt durch den Fluss Barycz begrenzt, einen Nebenfluss der Oder. Die gesamte Netto-Nutzfläche beträgt 14.286 m².
Das Schloss liegt nördlich von Legnica (ca. 70 km) und Breslau/Wrocław (ca. 90 km) in Niederschlesien.
Im benachbarten Ort Bełcz Wielki befindet sich Schloss Oderbeltsch (Pałac w Bełczu Wielkim), ein weiteres repräsentatives Herrenhaus, das durch einen Brand im Dachstuhl öffentliche Aufmerksamkeit erlangte und infolge der drohenden Substanzverluste einen Eigentümerwechsel erfuhr. Derzeit laufen dort die Planungen und Vorbereitungen zur Sicherung und zum Wiederaufbau.